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SEO-Grundlagen, die jede Kundenwebsite ab Tag 1 braucht

Von findflix · 12. August 2026 · 6 Min. Lesezeit
SEO-Grundlagen, die jede Kundenwebsite ab Tag 1 braucht

Du übernimmst ein neues Kundenprojekt und der Kunde fragt: „Macht ihr eigentlich auch SEO?“ Die ehrliche Antwort lautet: Ein Teil davon ist gar keine Zusatzleistung, sondern gehört ins Fundament jeder Website, so wie ein Fundament zu jedem Haus gehört. Niemand baut ein Haus und bietet das Fundament als optionales Upgrade an.

Genau hier trennt sich der Profi vom Bastler. Es gibt eine On-Page-Basis, die du ab Tag 1 standardmäßig lieferst, ohne extra Rechnung. Und es gibt darüber hinaus echte SEO-Leistungen, die Aufwand kosten und die du bewusst als Paket anbietest. Dieser Artikel zieht diese Grenze sauber, damit du nie wieder Geld für Dinge liegen lässt, die du ohnehin lieferst, und nie wieder versprichst, was du nicht hältst.

Das nicht verhandelbare Fundament: On-Page-Basis ab Tag 1

Die folgenden Punkte sind keine SEO-Optimierung, sondern handwerklicher Standard. Eine Website, die diese Basis nicht erfüllt, ist schlicht nicht fertig. Sie kostet dich am Ende mehr, weil der Kunde nach drei Monaten anruft und fragt, warum er bei Google nicht auftaucht.

Damit du ein Gefühl für die grobe Gewichtung bekommst, welche Bereiche on-page am meisten ziehen: Die folgende Verteilung ist bewusst als Orientierung gelabelt, nicht als offizielle Google-Formel. Google veröffentlicht keine Gewichte. Sie hilft dir trotzdem, die Energie im Projekt richtig zu verteilen.

Inhalt & Relevanz30 %
Struktur & Headings20 %
Speed / Core Web Vitals20 %
HTTPS & Technik15 %
Grobe Gewichtung der On-Page-Bereiche (Orientierung, keine offizielle Google-Formel) · Quelle: Orientierung auf Basis von Google-Dokumentation, Web Almanac 2025 und Backlinko

Was du daraus mitnimmst: Inhalt und Struktur tragen den Großteil. Geschwindigkeit und saubere Technik sind das Sicherheitsnetz darunter. Wer nur an einer Stellschraube dreht, etwa nur am Speed, und Inhalt sowie Struktur ignoriert, verschenkt das meiste Potenzial.

Der Title-Tag: dein wichtigster einzelner Hebel

Wenn es einen On-Page-Faktor gibt, der pro Minute Aufwand am meisten bringt, dann ist es der Title-Tag. Er ist die blaue Überschrift in den Suchergebnissen und entscheidet mit, ob jemand klickt. Laut Backlinko-Auswertung der Klickraten holt Platz 1 im Schnitt 27,6 Prozent aller Klicks, die Top 3 zusammen 54,4 Prozent. Ein klar formulierter Title mit dem relevanten Keyword steigert die Klickrate um durchschnittlich 8,9 Prozent. Halte ihn bei rund 40 bis 60 Zeichen, sonst schneidet Google ab.

Geschwindigkeit ist Geld, nicht nur Ranking

Core Web Vitals sind der Punkt, an dem SEO und Conversion zusammenfallen. Google selbst stellt klar: Relevanz wiegt schwerer als Page Experience. Aber bei vergleichbarer Relevanz ist Speed der Tiebreaker, und genau in lokalen Branchen sind sich die Wettbewerber oft sehr ähnlich. Wichtiger noch ist der direkte Effekt auf die Kasse deines Kunden.

+32%Bounce-Wahrscheinlichkeit, wenn die Ladezeit von 1s auf 3s steigt
+8,4%Conversions im Retail pro 0,1s schnellerer Seite (Deloitte)
+21,6%Conversions im Lead-Gen-Bereich pro 0,1s (Deloitte)

Das ist deine Verkaufsmunition. Wenn ein Kunde fragt, warum eine schnelle Website mehr kostet, rechnest du ihm vor, was 0,1 Sekunde an zusätzlichen Anfragen bringt. Ernüchternd: Laut Web Almanac 2025 bestehen nur rund 48 Prozent aller mobilen Seiten alle drei Core Web Vitals. Wer hier liefert, gehört automatisch zur besseren Hälfte.

Eine saubere Seitenstruktur sieht der Kunde nicht, der Crawler aber schon. Drei Regeln gehören in jedes Projekt, ohne dass du sie als SEO-Leistung verkaufen müsstest, weil sie schlicht zu guter Informationsarchitektur gehören.

  1. Eine H1 pro Seite

    Genau eine H1, die sagt, worum es auf der Seite geht. Darunter eine logische Hierarchie aus H2 und H3, die ein Mensch im Inhaltsverzeichnis verstehen würde.

  2. Flache Hierarchie, max. 3 Klicks

    Jede wichtige Seite muss in höchstens drei Klicks von der Startseite erreichbar sein. Was tiefer vergraben liegt, wird selten gecrawlt und noch seltener gefunden.

  3. Mindestens ein interner Link pro Seite

    Keine verwaiste Seite. Jede URL braucht mindestens einen eingehenden internen Link aus dem eigenen Inhalt, sonst ist sie für Google praktisch unsichtbar.

Dazu kommt die technische Pflichtschicht: HTTPS auf der gesamten Seite. Das ist nicht nur ein Ranking-Signal, sondern in Deutschland über Art. 32 DSGVO faktisch verpflichtend, sobald personenbezogene Daten verarbeitet werden, was bei jedem Kontaktformular der Fall ist.

Wo die Basis endet und das bezahlte Extra beginnt

Jetzt zur Geldfrage. Die folgende Tabelle ist die Grenze, an der du dich orientieren kannst. Links steht, was zum Festpreis ins Projekt gehört. Rechts steht, was laufenden Aufwand bedeutet und deshalb ein eigenes Angebot verdient.

Im Projekt enthalten (Basis) Bezahltes Extra (eigene Leistung)
Title-Tags und Meta-Descriptions für die Kernseiten Keyword-Recherche und Content-Strategie für ein ganzes Themenfeld
Saubere H1/H2-Struktur, semantisches HTML Laufende Content-Produktion (Blog, Ratgeber, Landingpages)
Core Web Vitals im grünen Bereich beim Launch Monatliches Performance-Monitoring und Re-Optimierung
HTTPS, saubere interne Verlinkung, flache Struktur LocalBusiness-Schema, Google-Business-Profil-Aufbau und Pflege
XML-Sitemap, indexierbare Seiten, robots.txt Backlink-Aufbau, Branchenverzeichnisse, Off-Page

Der entscheidende Punkt: Local-SEO-Themen wie strukturierte Daten (LocalBusiness-Schema) und ein gepflegtes Google-Business-Profil sind für viele lokale Kunden der größte Hebel überhaupt, gehören aber klar auf die rechte Seite. Sie kosten dich echte Zeit und liefern messbaren Mehrwert. Genau das ist eine Leistung, für die ein erfahrener Kunde gern zahlt.

Basis ins Projekt nehmen lohnt sich

  • Du lieferst ein fertiges Produkt, keine Baustelle, die nach drei Monaten reklamiert wird.
  • Du differenzierst dich von Baukasten-Konkurrenz, die genau diese Basis nicht sauber liefert.
  • Weniger Support-Anfragen, weil „warum finde ich mich nicht?“ gar nicht erst entsteht.

Extra-Leistungen klar abgrenzen

  • Laufender Content und Off-Page sind nie fertig, also kein Festpreis, sondern Retainer.
  • Schema und Google-Business-Pflege brauchen Zugänge und Zeit, das gehört ins Angebot.
  • Wer alles „kostenlos mitmacht“, erzieht Kunden zur Gratis-Erwartung und verbrennt Marge.

Wer neue Kunden für genau diese Leistungen sucht, kann den Spieß umdrehen: Mit findflix findest du gezielt lokale Unternehmen, deren Websites bei genau dieser Basis durchfallen, langsam, ohne saubere Title, ohne HTTPS, und bekommst direkt einen KI-Score plus die offensichtlichen Schwachstellen als Gesprächsaufhänger. Statt kalt zu pitchen, gehst du mit einem konkreten Befund ins Gespräch: „Eure Seite lädt mobil in 6 Sekunden und hat keine H1, das kostet euch jeden Tag Anfragen.“

Die Trennung von Pflicht und Kür macht dein Angebot ehrlich und profitabel zugleich. Die Basis ist dein Qualitätsversprechen. Die Extras sind dein wiederkehrender Umsatz. Wer beides vermischt, verliert auf beiden Seiten.

Häufige Fragen

Was gehört zur absoluten SEO-Mindestbasis bei einer neuen Kundenwebsite?

Ein aussagekräftiger Title-Tag und eine Meta-Description pro Kernseite, genau eine H1 mit logischer Heading-Struktur, HTTPS auf der ganzen Seite, eine flache Struktur mit maximal drei Klicks zur Zielseite, mindestens ein interner Link pro Seite und Core Web Vitals im grünen Bereich beim Launch. Diese Punkte sind handwerklicher Standard, kein Aufpreis.

Welche Core-Web-Vitals-Werte sollte ich beim Launch erreichen?

Google nennt als gut: LCP unter 2,5 Sekunden, INP unter 200 Millisekunden und CLS unter 0,1. Laut Web Almanac 2025 schaffen nur rund 48 Prozent aller mobilen Seiten alle drei Werte. Wer beim Launch alle drei im grünen Bereich liefert, gehört automatisch zur besseren Hälfte.

Ist der Title-Tag wirklich so wichtig wie alle sagen?

Ja, gemessen am Aufwand ist er der stärkste einzelne Hebel. Backlinko-Daten zeigen, dass Platz 1 im Schnitt 27,6 Prozent der Klicks holt und ein klarer Title mit Keyword die Klickrate um rund 8,9 Prozent steigert. Halte ihn bei 40 bis 60 Zeichen, sonst kürzt Google ab.

Muss ich HTTPS wirklich immer einbauen, auch bei kleinen Seiten?

In Deutschland praktisch ja. Sobald über ein Kontaktformular personenbezogene Daten erhoben werden, fordert Art. 32 DSGVO angemessene technische Maßnahmen, wozu TLS-Verschlüsselung gehört. HTTPS ist zusätzlich ein Ranking-Signal. Behandle es nie als Extra. Konkrete rechtliche Fragen klärt der Kunde mit seinem Datenschutzbeauftragten.

Wie grenze ich kostenlose Basis von bezahlter SEO-Leistung ab?

Faustregel: Was einmalig beim Bau anfällt, gehört in den Festpreis (Title, Struktur, Speed, HTTPS, interne Links). Was laufenden Aufwand bedeutet, ist ein eigenes Angebot: Keyword-Recherche, Content-Produktion, LocalBusiness-Schema, Google-Business-Pflege, Monitoring und Off-Page. So bleibt dein Angebot ehrlich und profitabel.

Lohnt sich LocalBusiness-Schema für lokale Kunden?

Für lokale Unternehmen ist es oft einer der größten Hebel überhaupt, weil es zusammen mit einem gepflegten Google-Business-Profil die Sichtbarkeit in der lokalen Suche und in der Karte stärkt. Es kostet dich aber echte Zeit, deshalb gehört es klar auf die Seite der bezahlten Zusatzleistungen, nicht in die Gratis-Basis.