Webflow Source ist da: agentische IDE für Marketing, arbeitet auf jedem Codebase
Der Website-Baukasten Webflow hat am 9. September Source vorgestellt, eine Desktop-App, in der Marketing-Teams gemeinsam mit KI-Agenten Kampagnen und Landingpages bauen. Der Zugang läuft zunächst als geschlossene Preview für Agentur-Partner und ausgewählte Kunden.

Am 9. September hat Webflow-CPO Ben Haefele im Interview mit Diginomica Source öffentlich gemacht: eine Desktop-Anwendung, die sich auf jeden Codebase aufschaltet und Marketing-Teams neben ihren KI-Agenten arbeiten lässt. Anders als der klassische Webflow-Editor ist Source nicht an Webflow-Sites gebunden: Next.js, Astro, klassische Webflow-Projekte laufen laut Ankündigung im selben Fenster.
Was Source konkret macht
Der Ansatz ist hybrid. Die Agenten lesen und schreiben direkt im Code der Site, weil „Code die Muttersprache der KI ist“ (Zitat aus dem Webflow-Launch-Material). Marketer bekommen daneben eine visuelle Oberfläche, klicken auf ein Element, kommentieren, und der Kommentar wird automatisch zu einer Agent-Aufgabe. Die Agenten laufen im Hintergrund weiter und flaggen Optimierungspotenzial, ohne dass jemand aktiv einen Prompt startet.
Die vorkonfigurierten Rollen
Zum Start stehen unter anderem Brand-Agent und Conversion-Agent bereit. Ein Brand-Agent testet zum Beispiel Header-Varianten einer Seite und überarbeitet sie iterativ per Prompt und visuellem Feedback. Zusätzlich lassen sich eigene Agenten definieren, die einzelne Aufgaben übernehmen: unterperformende Seiten flaggen, Brand-Voice prüfen, neue Landingpages aus vorhandenen Assets remixen. Die digitalen Assets sind über die Vidoso-Akquisition zu Webflow gekommen.
Views und Kontrolle
Source bringt mehrere fertige Views mit, in Webflows Wortwahl: Audit, Agents, CMS, Inbox, Review und Brand. Eigene Views lassen sich um bestehende Workflows herum bauen. Für die Freigabe sind Approval-Pfade, rollenbasierte Rechte und Audit-Trails eingebaut. Wie autonom die Agenten arbeiten dürfen, ist konfigurierbar, Teams setzen die Schwelle selbst.
Wer bereits testet
Webflow nennt IDEO, monday.com, BBDO, The New York Times, TED und DocuSign als frühe Nutzer der Preview.
Verfügbarkeit
Source ist aktuell nur als Limited Research Preview verfügbar. Die stufenweise Öffnung für Agentur-Partner und ausgewählte Kunden soll in den nächsten Monaten kommen. Ein Termin für die allgemeine Verfügbarkeit wurde nicht genannt.
Einordnung: zweiter Webflow-Schritt binnen zwei Wochen
Am 26. August war Webflow als Skill in OpenAI Codex eingezogen und damit der Gast in einem fremden Agenten. Source dreht die Richtung um: Webflow baut die eigene agentische Umgebung, in der Codex und andere Modelle Untermieter sein können. Positionierungsmäßig ist das eine Ansage an Cursor, Lovable und die anderen agentischen IDEs, allerdings auf der Marketing-Seite, nicht auf der Developer-Seite.
Das Fazit
Source ist Webflows Versuch, den Marketing-Alltag um autonome Agenten herum neu zu strukturieren. Für Webdesign-Agenturen heißt das zweierlei: Kunden werden zunehmend erwarten, dass Landingpages und Kampagnen mit KI-Assistenz gebaut werden, und die Grenze zwischen Design-Handwerk und Agenten-Choreografie verschiebt sich. Wer solche Kunden gezielt gewinnen möchte, findet über findflix die Unternehmen, deren Websites Nachholbedarf haben.