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KI im Webdesign

OpenAI DevDay 2026: ChatGPT hostet 8 Millionen Websites, dazu Dauer-Agenten und GPT-6.1 Sol

2. Oktober 2026 · 5 Min. Lesezeit

OpenAI hat am 29. September 2026 auf dem DevDay in San Francisco mehr als 20 Neuheiten gezeigt. Für Webdesigner zählt vor allem eine Zahl: ChatGPT Sites hostet bereits 8 Millionen Websites, die Nutzer per Chat gebaut haben. Dazu kommen Dauer-Agenten, neue Codex-Werkzeuge und GPT-6.1 Sol.

Isometrische Illustration: Aus einer dunklen Chat-Sprechblase wächst ein leuchtendes Website-Gerüst in Lime, umkreist von drei kleinen Lichtpunkten

Was OpenAI gezeigt hat

OpenAI hat seine Entwicklerkonferenz DevDay am 29. September 2026 in Fort Mason in San Francisco abgehalten. Sam Altman und sein Team stellten mehr als 20 neue Produkte und Funktionen vor. Die Richtung ist klar: ChatGPT soll vom Chatfenster zur Arbeitsumgebung werden, in der Agenten selbstständig arbeiten, Dokumente entstehen und Websites gebaut werden. Wir haben die Neuheiten herausgegriffen, die für Webdesigner und Agenturen zählen.

ChatGPT Sites
8 Mio.
gehostete Websites, am 11. September waren es 5 Millionen
dots
24/7
Agenten mit eigenem Cloud-Computer, vorerst nicht im EWR
Pro 500
500 $
im Monat, 25-faches Plus-Kontingent und Ultrafast
Der DevDay 2026 in drei Zahlen · Quelle: OpenAI, Simon Willison, The Next Web, 29.09.2026

ChatGPT Sites: 8 Millionen Websites aus dem Chat

Die für unsere Branche wichtigste Zahl fiel fast nebenbei. ChatGPT Sites, mit dem zahlende Nutzer eine Website oder kleine Web-App im Chat beschreiben und direkt live stellen, hostet laut OpenAI bereits 8 Millionen Seiten. Am 11. September waren es nach Angaben von Stacktree noch 5 Millionen. 70 Prozent der OpenAI-Mitarbeiter bauen inzwischen eigene Seiten damit, wie Simon Willison aus dem Saal berichtet.

Gehostet wird über Cloudflare, eigene Domains lassen sich verbinden. Neu seit dem DevDay: Sites können ChatGPT-Plugins einbinden. In Arbeitsbereichen mit Business, Enterprise, Healthcare oder Edu sehen Besucher dann Daten aus ihren eigenen verbundenen Apps, mit ihren eigenen Rechten. Dazu kommen zeitgesteuerte Aufgaben.

dots: Agenten, die rund um die Uhr arbeiten

Das Hauptthema der Keynote waren dots, dauerhaft laufende Agenten in ChatGPT. Jeder dot läuft auf GPT-6 Astra, bekommt einen eigenen Cloud-Computer samt Browser und arbeitet rund um die Uhr an den Zielen, die man ihm gibt. Über mehr als 4.000 Plugins greift er auf verbundene Apps zu, erreichbar ist er auch über Slack, Microsoft Teams und per Sprache. BGR vergleicht das Konzept mit Muse von Meta.

Für den deutschsprachigen Raum gibt es einen Haken. dots starten als Beta für Pro, Business Premium und Enterprise, und laut der Übersicht im OpenAI-Entwicklerforum sind der EWR, die Schweiz und Großbritannien vorerst ausgenommen. Deutschland, Österreich und die Schweiz müssen also warten.

Codex: Code-Review und Sicherheits-Scans in der Cloud

Für alle, die Code für Kundenprojekte schreiben, bringt der DevDay mehrere Werkzeuge. Codex Cloud führt Aufgaben weiter aus, während der Laptop zugeklappt ist, und ist von jedem Gerät aus erreichbar. Code Review fasst Änderungen in Pull-Requests auf GitHub und Merge-Requests auf GitLab zusammen und prüft sie auf Probleme. Codex Security Cloud scannt Repositories und Commits nach Schwachstellen, auch nach Zeitplan, sortiert Dubletten aus und bereitet Korrekturen vor. Dazu kommt ein aufgefrischtes Kommandozeilen-Werkzeug mit Spracheingabe.

Die Agents API läuft jetzt als öffentliche Beta. Entwickler können darüber eigene Agenten mit Gedächtnis, Werkzeugen und mehreren zusammenarbeitenden Agenten von OpenAI betreiben lassen. Neu ist Computer Use: Agenten bedienen Software dann über die Oberfläche, so wie ein Mensch.

Plugins, Pages und Sign in with ChatGPT

Apps sollen tiefer in ChatGPT einziehen. Mit Plugin Extensions setzen Entwickler eigene Einträge in die Seitenleiste, zeigen interaktive Panels neben dem Chat an oder bauen eigene Dateibetrachter. Zu den Partnern des neuen OpenAI Marketplace zählen laut Simon Willison unter anderem Adobe, Canva, Figma, Notion, Salesforce, Vercel und Zendesk. Pages sind Dokumente, an denen Teams und Agenten gemeinsam arbeiten, gemeinsame Präsentationen sollen in den kommenden Wochen folgen. Mit Sign in with ChatGPT melden sich Nutzer bei fremden Diensten mit ihrem ChatGPT-Konto an, zum Start bei 16 Partnern, darunter Notion und Vercel.

Neue Abos: Pro 500, und Pro 200 wird halbiert

Teurer wird es für Vielnutzer. Das neue Abo Pro 500 kostet 500 Dollar im Monat und bietet das 25-Fache des Plus-Kontingents sowie Zugang zu Ultrafast. Dieser Tempo-Modus arbeitet laut OpenAI in Codex bis zu achtmal und in der API bis zu sechsmal schneller, kostet aber das Sechsfache. Das bisherige Pro für 200 Dollar enthält ab dem 30. Oktober nur noch das Zehnfache statt das Zwanzigfache des Plus-Kontingents. Wer schon Pro hat, behält seine Limits bis zum 29. Oktober und bekommt laut The Next Web eine einmalige Gutschrift im Wert von 2.500 Dollar, die zum Jahresende verfällt.

Das Modell des Tages: GPT-6.1 Sol

Das neue Modell GPT-6.1 Sol soll beim Programmieren fast an Astra heranreichen, zu einem Fünftel des Preises je Token. Die Hintergründe, inklusive der Absage von GPT-6.1 Astra einen Tag vor dem DevDay, stehen in unserem Beitrag zu GPT-6.1 Sol.

Was das für dich als Webdesigner heißt

  • Die einfache Website wird zur Chat-Funktion. 8 Millionen Seiten in ChatGPT Sites zeigen, wie viele Menschen sich eine Seite lieber selbst beschreiben, als jemanden zu beauftragen. Visitenkarten-Seiten und einfache Onepager werden dadurch schwerer zu verkaufen.
  • Dein Wert liegt jenseits des Generierens. Strategie, Texte, die verkaufen, Sichtbarkeit bei Google und in KI-Antworten, Barrierefreiheit und Pflege ergeben sich nicht von selbst, nur weil eine Seite schnell online ist. Genau damit grenzt du dich ab.
  • Selbst gebaute Seiten sind ein Gesprächsanlass. Wer heute per Chat eine Seite baut, merkt oft erst später, dass sie kaum gefunden wird oder keine Anfragen bringt. Genau dann braucht es jemanden, der es richtig macht.
  • Codex-Werkzeuge für die Wartung testen. Code Review und Sicherheits-Scans in der Cloud passen zu Wartungsverträgen für Kundenprojekte, gerade bei eigenem Plugin- und Theme-Code.
  • dots im Blick behalten, aber nicht darauf warten. In Deutschland, Österreich und der Schweiz sind sie vorerst nicht verfügbar.

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Das Fazit

Der DevDay 2026 zeigt, wohin OpenAI will: ChatGPT soll der Ort sein, an dem Arbeit passiert, inklusive der eigenen Website. Für Webdesigner ist das weniger Bedrohung als Sortierung. Wer nur Seiten zusammenklickt, konkurriert ab jetzt mit einem Chatfenster. Wer Ergebnisse liefert, findet unter Millionen schnell gebauter Seiten eher mehr Betriebe, die Hilfe brauchen, als weniger.