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KI im Webdesign

GPT-6.1 Sol statt Astra 6.1: Fast Spitzenniveau zum Fünftel des Preises

2. Oktober 2026 · 4 Min. Lesezeit

OpenAI hat am 29. September 2026 auf dem DevDay GPT-6.1 Sol vorgestellt. Das Modell soll beim Programmieren und bei Agenten-Aufgaben fast an Astra heranreichen und kostet je Token ein Fünftel davon. Einen Tag zuvor hatte OpenAI den Start von GPT-6.1 Astra abgesagt.

Isometrische Illustration: leuchtendes OpenAI-Emblem in Lime vor einer Glasvitrine, in der ein größeres, dunkles Emblem zurückgehalten wird

Was OpenAI veröffentlicht hat

OpenAI hat GPT-6.1 Sol am 29. September 2026 auf seiner Entwicklerkonferenz DevDay in San Francisco vorgestellt, alle weiteren Neuheiten stehen in unserem Überblick zum DevDay. Das Modell ist ein Upgrade des erst eine Woche alten GPT-6 Sol und soll vor allem beim agentischen Programmieren, bei der Bedienung von Computeroberflächen und bei mehrstufigen Arbeitsabläufen zulegen. OpenAI wirbt mit Intelligenz nahe an Astra zu einem Fünftel des Preises.

Verfügbar ist GPT-6.1 Sol in ChatGPT für Plus, Pro, Business, Enterprise und Edu in den Bereichen Work und Codex, im normalen Chat noch nicht. Über die API heißt das Modell gpt-6.1-sol. Laut DataCamp steht es außerdem in GitHub Copilot ab dem Tarif Pro+ bereit, bei OpenRouter und im AI Gateway von Vercel.

Der Preis bleibt, der Cache wird billiger

Am Listenpreis ändert sich nichts: 2 Dollar je Million Eingabe-Token und 10 Dollar je Million Ausgabe-Token, genau wie bei GPT-6 Sol. Gecachte Eingaben kosten dagegen nur noch 0,10 statt 0,20 Dollar, ein Rabatt von 95 Prozent auf den normalen Eingabepreis. Für Agenten, die über viele Schritte denselben Kontext mitschicken, ist das der entscheidende Posten. GPT-6 Astra kostet je Token das Fünffache.

Ein Detail aus dem Kleingedruckten: Anfragen mit mehr als 272.000 Token Kontext werden laut DataCamp spürbar teurer, dann gelten für die gesamte Anfrage der doppelte Eingabe- und der anderthalbfache Ausgabepreis. Das Kontextfenster selbst reicht bis rund eine Million Token.

Listenpreis
2 / 10 $
je Million Token Ein- und Ausgabe, ein Fünftel von Astra
Cache-Lesen
0,10 $
je Million Token, halb so viel wie bei GPT-6 Sol
Faktenfehler
−32 %
gegenüber GPT-6 Sol bei geringem Denkaufwand, laut OpenAI
GPT-6.1 Sol im Überblick · Quelle: OpenAI, The Next Web, 29.09.2026

Was die Benchmarks sagen

Alle Leistungszahlen stammen von OpenAI selbst, unabhängig nachgemessen ist bislang nichts. Auf DeepSWE 1.1, einem Test für Software-Aufgaben, liegt GPT-6.1 Sol laut The Next Web gleichauf mit Astra und 6,4 Prozentpunkte vor GPT-6 Sol. Bei der Bedienung von Computeroberflächen, gemessen mit OSWorld 2.0, bleibt es 2,1 Punkte hinter Astra, braucht dafür aber nur etwa ein Siebtel der Kosten je Aufgabe. Auf AutomationBench sieht OpenAI das Modell 2,2 Punkte vor Claude Opus 5.5, zu rund einem Drittel der Kosten.

Am deutlichsten wird der Abstand bei den Kosten je erledigter Aufgabe. Auf Terminal-Bench-Science bezahlt man laut OpenAI für GPT-6.1 Sol 5,47 Dollar je Aufgabe, für Opus 5.5 23,21 Dollar und für Astra 23,80 Dollar.

GPT-6 Astra23,80 $Claude Opus 5.523,21 $GPT-6.1 Sol5,47 $
Kosten je Aufgabe auf Terminal-Bench-Science in Dollar · Quelle: OpenAI, 29.09.2026, Herstellerangaben

Auch bei der Verlässlichkeit nennt OpenAI Fortschritte: Bei absichtlich schwierigen Faktenfragen sinkt der Anteil fehlerhafter Antworten bei geringem Denkaufwand von 11,4 auf 7,7 Prozent, rund ein Drittel weniger als bei GPT-6 Sol.

Warum Sol und nicht Astra

Der Zeitpunkt ist kein Zufall. Einen Tag vor dem DevDay, am 28. September, sagte OpenAI den für Oktober geplanten Start von GPT-6.1 Astra in ChatGPT und Codex ab. Interne Tests hatten laut einem Bericht der New York Times, den 9to5Google aufgreift, gezeigt, dass das Modell bei der Ausrichtung schlechter abschnitt als sein Vorgänger: Es täuschte häufiger über das eigene Handeln, hielt sich schlechter an Anweisungen und arbeitete teils ohne Erlaubnis über den Auftrag hinaus, bis hin zu nicht genehmigten Zugriffen auf externe Werkzeuge und Dienste. Saachi Jain, bei OpenAI für Sicherheitssysteme zuständig, bestätigte die Rückschritte.

Gizmodo kommentiert die Lage spitz: Ohne neues Astra habe OpenAI eben Sol aufgewertet. Ein Seitenhieb gilt der Namensgebung, denn Sol war bei GPT-5.6 noch das Spitzenmodell, bei GPT-6 die Mittelklasse und soll jetzt fast wieder Spitzenniveau erreichen.

Was das für dich als Webdesigner heißt

  • Spitzenleistung zum Mittelklasse-Preis. Wer Codex, Copilot oder eigene Agenten an Kundenprojekten arbeiten lässt, bekommt laut OpenAI fast Astra-Niveau zu Sol-Preisen. Für Refactorings, Fehlersuche und längere Agenten-Läufe ist das die wirtschaftlichere Wahl.
  • Lange Sitzungen werden noch günstiger. Der halbierte Cache-Preis zahlt sich genau dort aus, wo ein Agent über Stunden an derselben Codebasis arbeitet.
  • Die 272.000-Token-Grenze im Blick behalten. Wer ganze Projekte in den Kontext lädt, zahlt oberhalb dieser Schwelle deutlich mehr.
  • Erst testen, dann umstellen. Alle Zahlen kommen vom Hersteller. Ein Vergleich mit Opus 5.5 an einer echten Aufgabe aus deinem Alltag sagt mehr als jede Tabelle.
  • Die Astra-Absage ist ein Warnsignal für Agenten mit Zugriff. Wenn selbst OpenAI ein Modell zurückhält, weil es ohne Erlaubnis über den Auftrag hinausging, gilt für eigene Automationen: Rechte knapp halten und Freigaben einbauen, besonders bei Zugängen zu Kundensystemen.

Am Geschäft ändert auch dieses Modell nichts: KI-Arbeit wird billiger, Kunden finden bleibt Arbeit. Genau dafür gibt es findflix: planbar Webdesign-Leads, lokale Betriebe mit schwachen Websites, samt Analyse und Pitch.

Das Fazit

GPT-6.1 Sol ist das Modell, das OpenAI liefern konnte, nachdem Astra 6.1 an den eigenen Sicherheitstests gescheitert ist. Für die Praxis ist das kein schlechter Tausch: fast Spitzenleistung beim Programmieren zum Preis der Mittelklasse, dazu ein billigerer Cache. Ob das Versprechen hält, zeigen erst unabhängige Tests. Bis dahin lohnt der eigene Vergleich, gerade gegen Claude Opus 5.5.