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KI im Webdesign

Figma Make bekommt Properties-Panel und Annotationen: visuelles Feintuning statt Prompt-Raterei

3. August 2026 · 3 Min. Lesezeit

Figma schaltet in seinem Make-Editor zwei Funktionen frei, die aus dem Chat-Prototyper ein echtes Design-Tool machen: Werte wie Padding, Typografie oder Border-Style lassen sich jetzt direkt setzen, und Bereiche auf der Canvas werden per Annotation an den KI-Agenten übergeben.

Isometrische Illustration eines schwebenden Design-Panels mit Properties-Inspektor und einem Annotationspin auf der Canvas, dunkler Hintergrund mit Lime-Akzenten

Figma rollt in Figma Make ab dem 30. Juli 2026 ein Properties-Panel und Annotationen aus. Der Chat-Prompt bleibt, bekommt aber zwei visuelle Nachbarn: einen klassischen Werte-Editor für Abstände, Typografie und Layout sowie ein Werkzeug, mit dem sich Bereiche auf der Canvas markieren und in Worten kommentieren lassen. Beides ist für alle Seats und Pläne verfügbar, verbraucht Credits erst beim Anwenden und funktioniert vorerst nur mit neu angelegten Make-Designs.

Was das Properties-Panel kann

Das Panel bringt vertraute Figma-Design-Regler in den Make-Editor: Padding, Corner Radius, Schriftgewicht, Zeilenhöhe, Buchstabenabstand, Deckkraft, z-Index und Border-Style. Wer ein Element auswählt, sieht laut Figma zusätzlich den DOM-Baum und kann von dort einzelne Codeknoten anspringen. Änderungen wandern nicht sofort in den Build, sondern werden im Prompt-Feld gestapelt und zur Freigabe angeboten. So bleibt eine Änderung reversibel, bevor Credits gezogen werden.

Wichtig für Teams, die schon länger in Make arbeiten: Das neue Panel greift ausdrücklich nur bei frisch erstellten Designs. Ältere Make-Dateien laufen weiter auf dem alten Editier-Weg, ein automatisches Upgrade nennt Figma bisher nicht.

Annotationen für alles, was kein Regler löst

Für Aufgaben, die sich mit einem numerischen Wert nicht abbilden lassen, gibt es Annotationen. Über den Button „Annotate for agent“ markieren Nutzer einen Bereich auf der Canvas und beschreiben in freiem Text, was passieren soll. Figma nennt als Beispiele Mikroanimationen, Interaktionen und andere Verhaltensdetails, die per Klick schwer zu treffen wären. Das Zitat aus dem offiziellen Blog fasst die Logik trocken zusammen: „Direct manipulation gives Make a precise target, instead of the searching and guesswork a text prompt requires.“

Was noch kommt

Figma kündigt an, dieselbe Editier-Erfahrung auf sogenannte Code Layers auszudehnen, also auf Bereiche, die direkt in der Canvas an Code hängen. Ebenfalls angekündigt, aber ohne Termin: eine Verbindung über Code Connect zu bestehenden Figma-Design-Komponenten. Damit könnten in Make erzeugte Oberflächen auf denselben Component-Stack zugreifen, den das Design-System-Team pflegt.

Warum das für Webdesigner interessant ist

Bisher war Make als KI-Prototyper eng an den Chat gekoppelt. Wer einen 12-Pixel-Radius wollte, schrieb es ins Prompt-Feld und hoffte, dass der Agent nicht zusätzlich Farbe oder Schriftgröße mit anfasste. Mit dem Properties-Panel lässt sich der Feinschliff jetzt direkt setzen, während grobe strukturelle Aufgaben weiterhin im Prompt oder als Annotation landen. Das Ergebnis: weniger Rollbacks, weniger verbrauchte Credits, planbarere Prototypen im Kundenkontakt.

Für kleine Agenturen, die Make als schnellen Konzept-Baukasten nutzen, ist die Trennung zwischen Feintuning und KI-Prompt der eigentliche Fortschritt. Sie kommt näher an einen Workflow heran, den Kunden aus klassischen Design-Tools erwarten, ohne den Chat als Beschleuniger zu opfern. Wer daraus ein Neukundengespräch machen will, kann konkrete Vorher-Nachher-Beispiele mit Properties-Panel und Annotation nebeneinander legen und so den Unterschied zeigen.

Das Fazit

Mit Properties-Panel und Annotationen holt Figma zwei Funktionen nach, die Make vom Chat-Experiment in die Nähe eines Design-Editors rücken. Sobald Code Layers und Code Connect nachziehen, wird sich zeigen, ob Make den Prototypen-Layer oder auch den Bau-Layer im Alltag ersetzen kann. Bis dahin ist das Update ein solider Griff ans Steuer, ohne den KI-Agenten abzuschalten.