Retainer
Ein Retainer ist eine wiederkehrende Vereinbarung, bei der ein Kunde dir monatlich einen festen Betrag zahlt, im Gegenzug für ein definiertes Paket an laufenden Leistungen wie Wartung, Updates, kleinere Anpassungen oder Betreuung der Website.
Für dich als Webdesigner ist der Retainer der Unterschied zwischen einem Projektgeschäft, das nach dem Go-live abrupt endet, und einem Einkommen, das jeden Monat planbar wieder reinkommt. Beim klassischen Modell baust du eine Website, schickst die Schlussrechnung und beginnst die Suche nach dem nächsten Kunden wieder bei null. Mit einem Retainer bleibt der Kunde an Bord: Du übernimmst Hosting, Sicherheits-Updates, Backups, Content-Pflege oder ein festes Kontingent an Stunden pro Monat und rechnest das als feste Pauschale ab. Das stabilisiert deine Liquidität und macht dich unabhängiger von einzelnen Großaufträgen.
Der Praxisbezug entsteht oft direkt aus dem Relaunch. Stell dir vor, du hast über findflix ein lokales Unternehmen mit veralteter Website gefunden und nach dem Pitch den Auftrag für den Neubau gewonnen. Genau in dem Moment, in dem die neue Seite online geht, ist der Kunde am empfänglichsten für einen Betreuungsvertrag, denn er will nicht erleben, dass die frische Investition nach einem halben Jahr wieder verstaubt, weil Plugins veralten oder die Core Web Vitals abrutschen. Wenn du den Retainer schon im Angebot als selbstverständlichen Baustein mitlieferst statt ihn nachträglich aufzudrängen, wirkt er nicht wie ein Zusatzverkauf, sondern wie verantwortungsvolle Pflege.
Achte darauf, den Leistungsumfang sauber zu definieren, damit der Retainer nicht zur Mogelpackung wird, in der du unbegrenzt Wünsche erfüllst. Lege fest, was inklusive ist, was extra kostet und wie viele Stunden im Monat enthalten sind. So bleibt die Marge gesund und der Kunde weiß genau, was er bekommt. Ein gut kalkulierter Retainer ist damit nicht nur eine Einnahmequelle, sondern auch das Fundament für eine langfristige Beziehung, aus der weitere Projekte und Weiterempfehlungen entstehen.