Corporate Design
Corporate Design ist das visuelle Erscheinungsbild einer Marke, also Logo, Farbsystem, Typografie und Bildsprache als verbindliches Regelwerk. Es ist der sichtbare Teil der Corporate Identity und sorgt dafür, dass ein Unternehmen über alle Kanäle hinweg sofort wiedererkennbar bleibt.
Für dich als Webdesigner ist das Corporate Design selten der Startpunkt, sondern die Vorgabe, mit der du leben musst. Logo, Hausfarben, Schriften und Bildwelt liegen oft schon fest, manchmal sauber im Stylesheet oder Brand Manual dokumentiert, viel öfter aber nur als PDF-Logo und ein paar Hex-Codes aus dem Bauch. Genau dieser Zustand ist dein Hebel im Verkauf: Ein konsistentes Corporate Design über Website, Visitenkarte und Google-Profil hinweg zahlt direkt auf Wiedererkennung und Vertrauen ein, und Inkonsistenz, drei verschiedene Blautöne, ein verpixeltes Logo, Systemschriften statt Hausschrift, ist für den Kunden auf den ersten Blick spürbar, auch ohne dass er das Wort Corporate Design kennt.
Verwechsle es nicht mit der ganzen Markenarbeit. Corporate Design ist nur der sichtbare Teil der Corporate Identity, das Aussehen, nicht das Verhalten oder die Tonalität. Im Kundengespräch hilft diese Trennung: Du musst nicht die komplette Markenstrategie neu erfinden, um eine veraltete Website zu rechtfertigen. Du übersetzt das vorhandene Corporate Design ins Digitale, sauber als Designsystem mit definierten Abständen, Komponenten und Farbkontrasten, statt es bei jeder Seite neu zu erfinden. Fehlt dem Lead überhaupt ein konsistentes Erscheinungsbild, ist das ein eigenes, gut bezahlbares Vorprojekt und kein Grund, das Webprojekt zu blockieren.
Praktisch heißt das: Frag früh nach Logo-Originaldateien (SVG, nicht nur JPG), nach festgelegten Farben und Lizenzen für die Hausschrift. Hat der Kunde nichts davon, ist das ein realistischer Aufhänger fürs Erstgespräch, denn ein gepflegtes Corporate Design ist die Grundlage, auf der eine Website überhaupt professionell wirken kann.